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Pressemitteilung vom 9.8. 2011
Vater unser – ein herzliches Danke
Pfarrei St. Laurentius. – Für die Wallfahrer war Walldürn das Ziel, aber der Weg dorthin war es nicht weniger. Das spiegelte sich auch in den Texten des handlichen Begleitheftes,
das die Organisatoren um Michael Bergmann den Fußwallfahrern mit auf den Weg gaben. Es beginnt mit „Am Anfang des Weges“, eines für Fußpilger mit 80 km sehr lang erscheinenden Weges. Doch mit dem
Verabschiedungsgottesdienst mit Pfarrer Acker am Fronleichnamsmorgen war der erste Schritt getan. Nun folgten bis zum Sonntag gemeinsame Tage, an denen jeder in der 30 Personen umfassenden Pilgergruppe intensiv die
Gemeinschaft erlebte, aber gleichzeitig auch jeder einzeln unterwegs war. Schritt für Schritt. Zeit für die Blumen in der Mainebene ebenso wie den Steinen im Madonnenländchen aus dem Weg zu gehen. Das meinte wohl
auch der Fuldaer Weihbischof Kapp, als er sagte: „Fußwallfahrten sind Exerzitien auf der Straße“.
Diese ursprünglichste Form einer Pilgerfahrt – in Großkrotzenburg wird sie wieder regelmäßig seit 2004 gepflegt – hat auch hier Tradition. Mindestens seit 1750 gingen
Großkrotzenburger nach Walldürn. Wie im Übrigen auch Gläubige aus den Nachbargemeinden aus dem Kahlgrund und dem Freigericht. Und sicher auch aus dem katholischen Oberrodenbach, denn diese Gemeinde wurde kirchlich
von Großkrotzenburg betreut. Wahrscheinlich gingen die Großkrotzenburger aber schon früher nach Walldürn, denn von den Mainzern weiß man, dass sie schon im 15. Jahrhundert, meist mit dem Schiff auf dem Main, nach
Walldürn unterwegs waren. Damals gehörte Großkrotzenburg zum Petersstift in Mainz. Im Gegensatz zu früher ist heute ein Fußmarsch nach Walldürn nicht mehr ganz so schweißtreibend, denn für den Transport von Gepäck,
Wechselkleidern und Getränken sorgte das Logistikteam mit Ulrich Henkel an der Spitze.
Ziel und Höhepunkt der Pilgerfahrt ist das Hochamt am Sonntagmorgen auf dem Freigelände vor der Wallfahrtsbasilika in Walldürn. In den vergangenen Jahren trafen sich hier noch die
Großkrotzenburger Fuß- und Buspilger. Nicht wenige bedauern, dass diese Buswallfahrten eingestellt wurden.
Festprediger an diesem Sonntag war Abt Albert Dölken von der Prämonstratenser-Abtei in Duisburg-Hamborn, der das Leitwort der diesjährigen Wallfahrt „Unser täglich Brot gib uns
heute“ aufgriff. „Momentan“, so der Abt, „ist in weiten Teilen Europas und in vielen wirtschaftlich gut gestellten Ländern auf dieser Erde eine gewisse Übersättigung festzustellen. Deshalb muss
eigentlich die Bitte um das tägliche Brot automatisch mit einem herzlichen Dankeschön kombiniert sein. Doch leben in vielen Ländern der Erde Menschen in Armut und Hungersnot, denen dringend geholfen werden
muss.“ Vieles an Nahrung brauche der Mensch zum Leben, doch oftmals wisse er nicht, was wirklich wichtig für ihn sei. Deshalb gelte es immer wieder, Gott darum zu bitten, die Menschen zu befähigen, auch die
richtige Nahrung auszuwählen, so der Abt.
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